Gräser - Eine Wissenschaft für sich

Pferde haben einen ganz anderen Anspruch an ihre Wiesen und Weiden als andere Nutztiere. Moderne Wirtschaftsgräser gefährden die Gesundheit der Pferde durch die angezüchtete, erhöhte Möglichkeit langmolekulare Zucker ( Fructane ) einzulagern. Diese sind in der Erwerbslandwirtschaft überlebenswichtig, da die Fructane einen erwünschten Silierprozess fördern und unterstützen. Eben diese Fructane aber sind es , die bei unseren Pferden zu Stoffwechselstörungen wie Hufrehe, EMS oder PSSM führen.
Aus diesem Grund haben wir Gräsermischungen entwickelt,  deren Einzelgräser als fructanarm eingestuft werden. Außerdem haben wir bei der Zusammensetzung darauf geachtet , dass sowohl Ober- als auch Untergräser zueinander passen und in der Lage sind eine pferdegerechte, trittfeste Grasnarbe zu bilden. Die „alten“ Einzelgräser wie Wiesenrispe, Gemeine Rispe , Knaulgras oder Wiesenfuchsschwanz gewährleisten eine hohe Verträglichkeit des Aufwuchses, sind aber leider auch, aufgrund des geringen Vorkommens der Preistreiber in den Mischungen. Beide Mischungen sind ein Garant für ein pferdegerechtes Futter, egal ob als Grünfutter oder als Heu. Neben den zwei Gräsermischungen bieten wir Ihnen noch eine Queckensaat an. Wie in letzter Zeit auch durch viele Berichte in der Fachpresse bestätigt,  handelt es sich bei der Quecke um ein für Pferde sehr wertvolles  Gras, denn neben der hohen Trittfestigkeit und der Fructanarmut hat es die außergewöhnlich gute Eigenschaft ein Wurzelgeflecht bis zu 1 m tief und 2m seitlich zu bilden. Dadurch hält es den Boden fest und gibt ihm eine enorme Trittfestigkeit. Die Wurzeln sind übrigens ein gutes Heilmittel bei Leber- und Nierenproblemen. Dieses Spezialsaatgut kann bis zu 10% bei Reparaturen und 5% bei Neuansaaten eingemischt werden.

Die Aussaatmenge bei Neuansaaten beträgt bei Drill- oder Striegelsaat 40 kg je ha, bei Aussaat mit dem Schleuderstreuer empfehlen sich 50 kg je ha.
Bei ganzflächiger Durchsaat mit dem Schlitzgerät benötigt man 25 kg je ha und mit dem Striegel sollte man 30 kg je ha einsetzen. Um kleine bis mittlere Stellen oder Trittschäden zu beseitigen, sollte man 15 – 20g pro qm mit einem Trägerstoff, wie z.B. Maulwurfserde oder Kompost mischen und dann von Hand aussäen. Dies macht man um Saatgut zu sparen und den jungen Pflanzen „Raum zu Leben“ zu geben. Die Bodentemperatur bei Aussaat sollte mindestens 10 Grad betragen.

Der Erfolg einer jeden Weidepflege oder Ansaat liegt in der Ernährung der Flächen. Nur gut, aber nicht zu stark ernährte Fläche, garantieren einen pferdegerechten und pflanzenschonenden Aufwuchs. Fragen zur Bodenernährung können Sie an unseren Fachberater stellen. Gerne erstellen wir Ihnen einen Düngeplan für Ihre Flächen. Voraussetzung hierzu ist eine Bodenuntersuchung durch z.B. die Lufa. Beachten Sie bei der durch die Lufa mitgelieferte Düngeempfehlung, dass diese immer nur für Hochleistungsbetriebe erstellt wird und nicht speziell für Pferde ausgerichtet ist. Senden Sie uns den Untersuchungsbericht und Sie erhalten einen Drei-Jahres-Düngeplan für pferdegerechte Wiesen.

Sollten Sie weitergehende Fragen haben wenden Sie sich gerne an unseren Fachberater.